Tief in sein Spiel versunken beugt sich Charlie Haden über sein monströses Instrument – den Kontrabass. Flink rutscht die eine Hand auf dem Hals rauf und runter, während die Finger der anderen Hand die vier Saiten bearbeiten. Seine Augen sind geschlossen und sein Gesichtsausdruck ändert mit den gespielten Tönen von leidend bis glücklich. Haden “singt” durch sein Instrument zu uns und wir fühlen durch die wummernden, tiefen Klänge, dass hier ein Ausnahmetalent vor uns steht.

Musiker. Bandleader. Komponist. Produzent. Lehrer. Aktivist. Der 69jährige Bassist Charlie Haden versucht seit über 60 Jahren konstant Grenzen zu überschreiten. Er beschränkt sich dabei nicht auf einzelne musikalische Genres, sondern spielt sich von Jazz über Pop zu Klassik bis hin zu den zeitgenössischen E-Komponisten. Er wird bewundert als einer der besten Jazz Bassisten der Welt. Sein “lyrisches” Spiel, seine integrative Stärke wurde besonders im Ornette Coleman Quartett bekannt – jenes Quartett, welches dem Jazz praktisch eigenhändig ein neues Gesicht gab. Haden definierte von Beginn weg die Rolle des Bassisten nicht als diejenige eines Begleiters sondern einer eigenen Stimme.

Doc 80‘
Regie Reto Caduff

Premiere 2008
Produktion PiXiU FILMS / SRF / 3sat